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Glückliche Ja-Sager bei Unterwasserhochzeit Dietmannsried Seltsam: Eine Hochzeit fällt ins Wasser und das Brautpaar lacht darüber. Wo gibt's denn so etwas? Im Dietmannsrieder Freibad, wo sich gestern Nachmittag Eva und Stefan Boh-rer das Jawort fürs Leben gaben. Und weil die beiden Unterwasser-Sportler sind, fand die Zeremonie zur Gaudi zahlreicher Badegäste im zweieinhalb Meter tiefen Schwimmbecken statt. Klar, daß selbst Standesbeamter Claus Jaskolka im "Neptunskostüm" ins kühle Naß abtauchte. Sonntag, 14 Uhr: die Sommerhitze brütet uber dem Dietmannsrieder Freibad. Trotzdem geht keiner der Badegäste ins Wasser. Statt dessen tanzen 20 rote Luftballonherzen auf den Wellen. "Was ist denn heute los?", fragte eine Dietmannsriederin, als auch noch der Hochzeitsmarsch übers Mikrofon erschallt. Wenig spä'ter kann sie des Rätsels Lösung mit eigenen Augen sehen: Eine Braut - ganz in weiß - spaziert mit ihrem Auserwählten Arm in Arm zum Beckenrand, wo sich das Paar Taucherflaschen umhängt und die Schuhe mit Schwimmflossen vertauscht. Dreizack und grimes Haar Doch das ist noch nicht alles an der seltsamen Hochzeitsgesellschaft. Jetzt taucht gar ein grünhaariger Bärtiger mit einem meterlangen Dreizack aus den Fluten auf, gibt blubbernde Laute von sich, winkt - und da schau her - Braut samt Bräutigam, gefolgt von den Trauzeugen lassen sich ins Wasser fallen und tauchen am Beckengrund hinter dem bärtigen "Neptun" 50 Meter weit durch das türkisfarbene Bassin. Der Unterwassersportclub Kempten hat sich das feuchte Spektakel für seine beiden Mitglieder Eva und Stefan Bohrer ausgedacht und inszeniert. Den zahlreichen Sonntagsbadegästen gefällt es. Sie begleiten die Unterwasser-Hochzeit mit Klatschen und Lachen vom Beckenrand aus und lassen es sich auch nicht entgehen, als Vereinsvorstand Walter Lamprecht die "Fragen aller Fragen" - säuberlich auf weiße Tafeln geschrieben - an "Neptun", alias Claus Jaskolka ins Wasser reicht. Und wer bei der feuchten Zeremonie dabei war, kann es bestätigen: Eine seltsame Hochzeitsansprache war's schon, die der Standesbeamte im Tauchanzug von sich gab, Wer hat vorher je Sätze gehört wie: "Stefan ich frage dich, willst du die hier schwebende Eva in kalten wie in warmen Wassern zum Weibe nehmen, bis dir die Luft ausgeht?" Oder: "Eva, willst du den hier herumblubbernden Stefan als Mann annehmen, in trüben wie in klaren Wassern, bis auch deine Flasche leer ist, so gib mir ein Zeichen." Das Zeichen kam aus der Wassertiefe und das gleich doppelt in Form von zwei Kanistern: "Ja" war darauf zu lesen, und wer von den Zuschauern genau zum Beckenboden spähte, sah, wie das Brautpaar sich dort küsste, Sekt trank und die Tauchermasken tauschte. "Mei, war des schee" "Mei, war des a scheene Hochzeit", hauchte besagte Dietmannsriederin, als die ganze Hochzeitsgesellschaft schließlich wieder auftauchte, um triefnass, aber mit strahlenden Gesichtern auf's Trockene zu klettern. Übrigens, wer an der amtlichen Gültigkeit der Unterwasser-Hochzeit seine Zweifel hegte, liegt richtig. Das stellte das "frischgebadete" Brautpaar selber klar: "Wir haben natürlich ganz offiziell bereits vor 14 Tagen geheiratet", sagte es und war - schwupps - in Richtung Umkleidekabinen verschwunden. Von Christine Rothauscher (Allgäuer Zeitung) |
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